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"Das
Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit."
Karl Kraus
Systemische
Therapie
| Als
Systemische Therapie (auch: Systemische
Familientherapie) wird eine psychotherapeutische
Fachrichtung beschrieben, die systemische
Zusammenhänge und interpersonelle Beziehungen in
einer Gruppe als Grundlage für die Diagnose und
Therapie von seelischen Beschwerden und
interpersonellen Konflikten betrachtet. Seit
Dezember 2008 ist diese Therapieform und ihre
Wirksamkeit auch in Deutschland wissenschaftlich
anerkannt, in Österreich und der Schweiz erfolgte
die Anerkennung bereits in den 1990er Jahren. |
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Der historisch aus der
Familientherapie entwickelte Ansatz sieht das
familiäre System bzw. das organisatorische System
eines Unternehmens als Ressource, auf dem aufbauend
das einzelne Mitglied sowohl seine Fähigkeiten und
Stärken entwickeln als auch Verhaltensstörungen
entwickeln kann.
Zeigt ein Mitglied der
Gruppe psychische oder Verhaltensauffälligkeiten, so wird
der Betreffende als Symptomträger für das Gesamtsystem
betrachtet. Dies kann sich beispielsweise in typischen
privaten Konflikten mit dem Partner oder in immer
wiederkehrenden Problemen mit Kunden oder Kollegen zeigen.
Als
wichtigster Startpunkt einer Systemischen Therapie
hat sich eine möglichst präzise Auftragsklärung im
Verhältnis von Therapeut und Klient/Kunde (die
Bezeichnung Patient wird überwiegend abgelehnt)
herausgebildet.
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Sind Ziele konkretisiert und für
Klienten/Kunden und Therapeuten akzeptabel, kann die
eigentliche Therapie beginnen. Sollte sich eine
Therapie über mehrere Sitzungen erstrecken,
empfiehlt sich eine gelegentliche neue
Auftragsklärung, da sich Ziele über die Zeit einer
Therapie ändern können.
Als präferierte
Form werden wenige Termine pro Therapie mit wenn
möglich größeren zeitlichen Abständen zwischen den
einzelnen Sitzungen gesehen, in denen die
Klienten/Kunden eventuelle neue Erkenntnisse aus den
Sitzungen in ihrer eigenen Lebenspraxis ausprobieren
und/oder so genannte Hausaufgaben erledigen können. |
Insofern zeichnet sich die
systemtherapeutische Vorgehensweise durch Sparsamkeit aus,
die den Schwerpunkt auf Eigeninitiative des Klienten/Kunden
setzt.
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Gebräuchliche Techniken,
Interventionen und Methoden sind:
-
Zirkuläre Fragen, die auf den vermuteten
Standpunkt Dritter (auch Anwesender) abzielen
-
Skalenfragen, zur Verdeutlichung von
Unterschieden und Fortschritten
-
Positives Konnotieren und
Herausarbeiten der positiven Aspekte von problematischen
Sachverhalten
-
Reframing von Sachverhalten, um Bedeutungs-
bzw. Interpretationsveränderungen anzuregen
-
Paradoxe Intervention, i. d. R. Verschreibung
des problematischen Verhaltens, um Automatismen zu
verändern
-
Hausaufgaben diverser und
individuell angepasster Art zur Erledigung zwischen den
Sitzungen
-
Metaphernarbeit, Parabeln und Geschichten als
Umgehungstechnik für potentielle „Widerstände“
-
Ausnahmen zum beklagten
Sachverhalt erfragen, um die Änderbarkeit von als
statisch angenommenen Sachverhalten zu verdeutlichen
-
Verwendung von
Konjunktiven zu Fokussierung auf Optionen und
Möglichkeiten
-
Skulptur, Darstellen von Familienbeziehungen
als Standbild aus Personen im Raum
-
Soziogramm, die grafische Darstellung der
sozialen Beziehungen
-
Reflecting Team – siehe oben bei
Tom Andersen
-
Einladung an
Familienmitglieder oder Freunde, an einzelnen Sitzungen
oder Therapiephasen teilzunehmen
(Quelle: Wikipedia)
Die systemische Familientherapie
| Festgefahrene
Konflikte in Familien sind fehlleitende und
energieabsorbierende Störungen unseres
Lebensvollzuges. Sie können auf zwei Ursachen
zurückgeführt werden:
Traumatisierende
Erfahrungen in der persönlichen Biographie, vor
allem in der Zeit der ersten sieben Lebensjahre wie
z.B. eine schwierige Schwangerschaft oder Geburt,
Isolation (Spitalaufenthalt), Abwesenheit der
Eltern, mangelnde Geborgenheit, Ablehnung durch die
Eltern, Missbrauch.
Systemische Verstrickungen, d.h. unbewusste
Bindungen an die Ursprungsfamilie oder -sippe, die
die persönliche Entfaltung in Gegenwartsbeziehungen
und im Beruf behindern. |
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Im Sichtbarwerden des
Systems der Ursprungsfamilie und des gegenwärtigen
Beziehungsnetzes gelangt das Wirken der
zwischenmenschlich-dynamischen Kräfte ans Licht und weist
die Richtung zur Auflösung von Verstrickungen. Die Arbeit
macht sich die Feldenergien zu Nutze, die unter den Menschen
zu einer «Ordnung der Liebe» tendieren. Wie in einem gut
ausbalancierten Mobile findet jedes Mitglied den ihm
gemässen Platz. Ans Licht gebracht verlieren die bisher
unbewussten Verstrickungen ihre Kraft. Das daraus
hervorgehende, neu ausbalancierte Beziehungsbild beginnt in
der Folgezeit unvermeidbar seine heilende Wirkkraft zu
entfalten.
(Quelle: Therapeuten.de)
Forschung und wissenschaftliche Anerkennung
Systemische
Therapie/Familientherapie ist in den USA und meisten
europäischen Ländern – gesichert in Finnland, Italien,
Polen, Schweiz, Schweden, Ungarn, Großbritannien – ein
staatlich anerkanntes Psychotherapieverfahren. In Österreich
erfolgte die Anerkennung nach sorgfältiger Prüfung durch das
Bundesministerium für Gesundheit bereits 1993.
Am 14. Dezember 2008 hat
der Wissenschaftliche Beirat Psychotherapie die Systemische
Therapie auch in Deutschland als wissenschaftlich anerkannt
eingestuft. Zuvor hatten die beiden Dachverbände Deutsche
Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie
(DGSF) und Systemische Gesellschaft (SG) dem
Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie eine Sammel-Studie
eingereicht, mit dem Ziel der Therapierichtung zu
offizieller Anerkennung in Deutschland zu verhelfen. Die
über 80 RCT-Studien (randomisierte, kontrollierte Studien)
konnten belegen, dass Systemische Therapie und
Familientherapie wirksame und kostengünstige
Psychotherapieverfahren mit sehr guten Langzeiteffekten
sind. (Quelle: Wikipedia)
Organisationsaufstellungen -
Systemische Strukturaufstellungen
Überall da, wo Menschen in
Beziehungen miteinander treten, hören sie auf,
ausschließlich Individuen zu sein - sie werden Teil eines
Systems. Systeme sind aber mehr als die Summe der
Einzelpersonen, aus denen sie bestehen: Sie funktionieren
nach eigenen Regeln und können persönliche Absichten außer
Kraft setzen.
Aufstellungen im beruflichen Kontext ermöglichen in
erstaunlich kurzer Zeit eine Vielfalt von Informationen über
Zusammenhänge, Dynamiken und Verstrickungen. Sie helfen
lösungsorientiert, den Weg von oftmals wirren
Problemsituationen zur Klarheit für anstehende Fragen zu
schaffen. Mit der Aufstellungsarbeit für berufliche Kontexte
können Anliegen von Einzelpersonen bearbeitet werden sowohl
zur Klärung von Zielen als auch für Entscheidungsfindungen
und Problemlösungen. |